Ringvorlesung: Künstlerinnengespräch mit Ngozi Schommers und Kea Wienand

Caperucita Roja in einem roten Mantel mit fließenden schwarzen Haaren, die in der Luft wehen

Datum

13. Januar 2026, 16:15 Uhr – 17:45 Uhr

Ort

Technische Universität Darmstadt

Beschreibung

Künstlerinnengespräch mit Ngozi Schommers (Künstlerin, Bremen) und Kea Wienand (Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, Universität Oldenburg) im Rahmen der Ringvorlesung "Widerständige Haare zwischen Ungehorsam und Selbstermächtigung. Transdisziplinäre Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien".

Ort: Technische Universität Darmstadt, Raum: S101/A4, Karolinenplatz 5, 64289 Darmstadt
Online-Teilnahme via Zoom: LINK
Sprache: Deutsch
 

Abstract:
In der künstlerischen Praxis von Ngozi Schommers spielen Haare eine bedeutende Rolle. In unterschiedlichen Arbeiten – darunter Zeichnungen, Gemälde, Cut-outs und Installationen – setzt sie sich mit den sinnlichen Eigenschaften dieses Materials, mit seinen kulturellen Konnotationen und historischen Frisuren auseinander. Die Kontinuitäten des europäischen Kolonialismus und rassistische Zuschreibungen an Afro-Haare sind dabei unweigerlich präsent. Im Gespräch zwischen der Künstlerin Ngozi Schommers und der Kunst-/Kulturwissenschaftlerin Kea Wienand wird es darum gehen, wie Schommers in ihrer Kunst eigene Erfahrungen verhandelt und abwertenden Stereotypisierungen die vielfältigen Traditionen weiblicher Haarkunst, unter anderem die ihres Herkunftslandes Nigeria, entgegensetzt. Durch die Ausführungen der Künstlerin über die Geschichten weiblicher Kreativität und Fürsorge, auf denen ihre Kunst aufbaut, wird deutlich, inwiefern diese nicht nur ästhetisch reizvoll, sondern auch im dekolonialen und feministischen Sinne widerständig ist.

 

Über die Ringvorlesung: 

Vom staubfreien Schuh bis zum wohl frisierten Haupt wird das ,geputzte‘ Kind zum Brennpunkt der diskursiven Verhandlung zeitgenössischer Hygieneerziehungs- und Tugendideale. Das widerständige (Kinder-)Haar dagegen zeugt von einem Spannungsverhältnis zwischen lobenswerter Reinlichkeit und tadelnswerter Eitelkeit, das kulturhistorisch und regional codiert ist. Widerständige Haare können in der zeitgenössischen Kunst und Literatur als Sinnbild der Selbstermächtigung, aber auch der Ausgrenzung inszeniert werden. Nach wie vor zeugen diese Darstellungen von gesellschaftlichen Tabus, insbesondere wenn die (weibliche) Körperbehaarung thematisiert wird. Wenn das wildwuchernde Haar als Attribut von Renitenz und Selbstermächtigung inszeniert wird, werden die Rezipierenden eingeladen, Schönheit neu zu denken: als etwas, das in der Vielfalt, der Textur und dem Widerstand selbst liegt. In dieser Ringvorlesung werden nationale und internationale Expert:innen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive Schlaglichter auf die facettenreiche Ästhetik und Semantik erzählter und künstlerisch ins Bild gesetzter (Kinder- und Jugend-)Haare werfen.

Vorausgesetzt wird die Freude an der kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand sowie die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Die Vortragsreihe findet im Wintersemester 2026/27 statt und richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an die interessierte Öffentlichkeit. 

Die Ringvorlesung ist Teil der Strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und wird vom RMU-Initiativfonds Lehre gefördert.

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