RMU Awards

Verleihung in den Profil­bereichen der RMU

Bild: Stefan F. Sämmer / JGU

Die Rhein-Main-Universitäten (RMU) verleihen seit 2025 RMU Awards in zwei von vier Profilbereichen, in denen die RMU ihre Forschung bündelt. Die vier Profilbereiche sind Society, Health, Data und Matter.

Im Jahr 2025 wurde erstmals ein RMU Award im Profilbereich Health für „Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies“ der Frankfurt Foundation Quality of Medicines und der Sibylle Kalkhof-Rose RMU-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaften im Profilbereich Society vergeben.

Die Preisträger*innen 2026

RMU Award „Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies“ der Frankfurt Foundation Quality of Medicines

Dr. Tamer Butto, seit Juli 2026 Junior-Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wird mit dem RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies der Frankfurt Foundation Quality of Medicines ausgezeichnet. Butto erhält den RMU Award für eine innovative Forschungsidee zur verbesserten Diagnose seltener genetischer Erkrankungen. Der neuartige Ansatz verbindet modernste RNA-Sequenzierung mit dem Ziel, individuelle Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und langfristig neue Perspektiven für gezielte Therapien zu eröffnen. Seine Forschung stärkt damit den RMU-Potenzialbereich Emerging Targets and Transformative Therapies.

 

Sibylle Kalkhof-Rose RMU-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaften

Prof. Dr. C. Katharina Spieß von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird für ihr herausragendes wissenschaftliches Gesamtwerk in der Bildungs-, Familien- und Bevölkerungsforschung mit dem Sibylle-Kalkhof-Rose-RMU-Preis ausgezeichnet. Ihre Forschung hat nicht nur ihr Fachgebiet nachhaltig geprägt und wichtige Forschungsgrundlagen geschaffen, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse auch in besonderer Weise in Politik und Gesellschaft wirksam gemacht. Damit zahlt ihre Forschung auf den RMU-Forschungsschwerpunkt Challenging Societal Orders ein. Als Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) nimmt Spieß zudem eine wichtige Rolle im regionalen Forschungsnetzwerk ein und stärkt dessen Zusammenarbeit. 

Hintergrund: Das RMU-Forschungsprofil

Das RMU-Forschungsprofil basiert auf den anerkannten, sich ergänzenden Stärken in der RMU. Unsere international führenden Bereiche klassifizieren wir als Forschungsschwerpunkte und Themen mit hohem Potenzial als Potenzialbereiche, Beide bilden wir auf den vier übergreifenden Bereichen Data, Health, Matter und Society ab.

Die RMU Awards werden in den Bereichen Health und Society vergeben.

 

HEALTH

Der Profilbereich Health umfasst Forschungsgruppen aus den Lebenswissenschaften und der Medizin sowie deren Kooperationspartner an außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Es gibt zwei Forschungsschwerpunkte – Dynamics of Cell Structure and Function und Inter- and Multi-Organ Communication – sowie einen Potenzialbereich, Emerging Targets and Transformative Therapies. Im Profilbereich Health wird die Exzellenz durch zwei Exzellenzcluster untermauert: SCALE und CPI (Cardio-Pulmonary Institute).

Der Potenzialbereich Emerging Targets and Transformative Therapies konzentriert sich auf die Entdeckung von Arzneimitteln und Biotechnologie mit dem Ziel, neue therapeutische Strategien für bislang noch nicht befriedigend therapierbare Krankheiten zu entwickeln. Die Forschung erstreckt sich auf neue Modalitäten, wie z. B. Proximitäts-induzierende Medikamente, multispezifische Biotherapeutika, maßgeschneiderte Mikrobiom- und RNA-basierte Ansätze sowie passgenaue kleine Moleküle, die sich auf Ziele richten, die bisher als nicht mit Medikamenten behandelbar galten.

 

SOCIETY

Der Profilbereich Society umfasst Forschungsgruppen aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Er weist den Forschungsschwerpunkt Challenging Societal Orders und zwei Potenzialbereiche, Doing Cultures: Historic and Linguistic Perspectives und Finance and Markets auf.

Der Forschungsschwerpunkt Challenging Societal Orders umfasst mehrere hochrangige kollaborative Forschungseinheiten und ERC-Projekte, die sich mit einigen der drängendsten sozialen und politischen Herausforderungen unserer Zeit befassen, wie z. B. der Diversität in Gesellschaften, dem zunehmenden wirtschaftlichen Druck, der beschleunigten sozialen und geografischen Mobilität sowie der Migration, der wachsenden sozialen Ungleichheit, der zunehmenden Beschäftigungsunsicherheit, der abnehmenden Stabilität von Familien, der Säkularisierung gepaart mit religiösen Spannungen und dem demografischen Wandel, der durch sinkende Geburtenraten und die Alterung der Bevölkerung gekennzeichnet ist. 

Die Stiftungen

Frankfurt Foundation Quality of Medicines
Die Frankfurt Foundation Quality of Medicines fördert Forschungsprojekte mit dem Ziel, zur Sicherung, Weiterentwicklung und Optimierung der Qualität von Arzneimitteln und deren therapeutischer Anwendung beizutragen. Im Mittelpunkt steht die Erforschung neuer Verfahren, innovativer Technologien und moderner Standardisierungsansätze. Zudem würdigt die Stiftung herausragende wissenschaftliche Leistungen und Initiativen in diesem Bereich durch Preisverleihungen und Auszeichnungen – sowohl auf eigene Initiative als auch in Kooperation mit Fachgesellschaften und weiteren Partnern.
Seit 2025 vergibt die Stiftung den RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies an herausragende Nachwuchs-wissenschaftler*innen in deren früher Karrierephase. Der Preis honoriert kreative, zukunftsweisende Forschungsideen mit hohem wissenschaftlichem und therapeutischem Potenzial und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung

Die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung fördert Forschung und Lehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), insbesondere Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen. Ihre Unterstützung erfolgt in zwei Förderlinien: Zum einen verleiht sie den Universitätspreis für junge Wissenschaftler*innen, der jährlich in den Kategorien Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften und Medizin vergeben wird. Zum anderen unterstützt sie herausragende, nachhaltige und bedeutende Projekte und Anschaffungen an der JGU, die nicht durch reguläre Mittel finanziert werden können.
Im Jahr 2025 zeichnet die Stiftung mit dem RMU-Preis außergewöhnliche persönliche und wissenschaftliche Leistungen an den Rhein-Main-Universitäten aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und zur freien Verwendung bestimmt.

Die Preisträger 2025

RMU Award „Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies“ der Frankfurt Foundation Quality of Medicines

Dr. Cristian Prieto-Garcia forscht an der Goethe-Universität Frankfurt zur zellulären Reifung von RNA-Molekülen. Er entdeckte, dass man gezielt Fehler bei der RNA-Reifung erzeugen und damit Krebszellen abtöten kann. Diese Erkenntnis, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science, eröffnet neue Wege für Krebstherapien. Mit innovativen Medikamentenansätzen, über 20 Fachpublikationen und starken Partnern steht er für exzellente, praxisnahe Forschung. 

 

Sibylle Kalkhof-Rose RMU-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaften

Prof. Dr. Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur an der Goethe-Universität Frankfurt, wurde für seine herausragende Forschung zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte sowie für sein außergewöhnliches Engagement in Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft ausgezeichnet. Mit innovativen Projekten zur Religions- und Antisemitismusforschung, internationaler Vernetzung und der Förderung junger Forschender prägt er sein Fach weit über Deutschland hinaus.

Ausschreibungen

Aktuell sind keine Ausschreibungen für den RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies und für den Sibylle Kalkhof-Rose RMU-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaften verfügbar. 

Neue Ausschreibungen werden hier zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Rhine-Main Universities