Ringvorlesung: The Beard in the Book: Forms and Functions of Facial Hair in Graphic and Multimodal Children’s Literature

Caperucita Roja in einem roten Mantel mit fließenden schwarzen Haaren, die in der Luft wehen

Datum

18. November 2026, 16:15 Uhr – 17:45 Uhr

Ort

Technische Universität Darmstadt

Beschreibung

Vortrag von Ben Dammers (Universität Köln) im Rahmen der Ringvorlesung "Widerständige Haare zwischen Ungehorsam und Selbstermächtigung. Transdisziplinäre Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien".

Ort: Technische Universität Darmstadt, Raum: S101/A4, Karolinenplatz 5, 64289 Darmstadt
Online-Teilnahme via Zoom: LINK
Sprache: Englisch
 

Abstract:
The literary symbolism of the beard ranges from sexuality through power, masculinity, wisdom and social distinction to mourning, neglect and alterity (cf. Däumer 2021). The same symbolism operates in children's literature: the beard signals power and wisdom in the recurrent depiction of kings and wizards as bearded figures and encodes sexuality e.g. in Perrault's La barbe bleue or the Grimms' Schneeweißchen und Rosenrot.

 

Über die Ringvorlesung: 

Vom staubfreien Schuh bis zum wohl frisierten Haupt wird das ,geputzte‘ Kind zum Brennpunkt der diskursiven Verhandlung zeitgenössischer Hygieneerziehungs- und Tugendideale. Das widerständige (Kinder-)Haar dagegen zeugt von einem Spannungsverhältnis zwischen lobenswerter Reinlichkeit und tadelnswerter Eitelkeit, das kulturhistorisch und regional codiert ist. Widerständige Haare können in der zeitgenössischen Kunst und Literatur als Sinnbild der Selbstermächtigung, aber auch der Ausgrenzung inszeniert werden. Nach wie vor zeugen diese Darstellungen von gesellschaftlichen Tabus, insbesondere wenn die (weibliche) Körperbehaarung thematisiert wird. Wenn das wildwuchernde Haar als Attribut von Renitenz und Selbstermächtigung inszeniert wird, werden die Rezipierenden eingeladen, Schönheit neu zu denken: als etwas, das in der Vielfalt, der Textur und dem Widerstand selbst liegt. In dieser Ringvorlesung werden nationale und internationale Expert*innen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive Schlaglichter auf die facettenreiche Ästhetik und Semantik erzählter und künstlerisch ins Bild gesetzter (Kinder- und Jugend-)Haare werfen.

Vorausgesetzt wird die Freude an der kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand sowie die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Die Vortragsreihe findet im Wintersemester 2026/27 statt und richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an die interessierte Öffentlichkeit. 

Die Ringvorlesung ist Teil der Strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und wird vom RMU-Initiativfonds Lehre gefördert.

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