Ringvorlesung: The Messy Mystery of Boys’ Hair

Caperucita Roja in einem roten Mantel mit fließenden schwarzen Haaren, die in der Luft wehen

Datum

27. Januar 2027, 16:15 Uhr – 17:45 Uhr

Ort

Technische Universität Darmstadt

Beschreibung

Vortrag von Kiera Vaclavik (Queen Mary University London) im Rahmen der Ringvorlesung "Widerständige Haare zwischen Ungehorsam und Selbstermächtigung. Transdisziplinäre Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien".

Ort: Technische Universität Darmstadt, Raum: S101/A4, Karolinenplatz 5, 64289 Darmstadt
Online-Teilnahme via Zoom: LINK
Sprache: Englisch
 

Abstract:
From the Little Prince and Tintin to Charlie Brown, Harry Potter and the Wimpy Kid, closely cropped hair has become the go-to for boy heroes. But it wasn’t always thus. There was of course Struwwelpeter (1845), whose iconicity has rather undermined any intended deterrent effect against the hirsute. Later, luxuriant locks were a key feature of Burnett’s Little Lord Fauntleroy (1885) across media. Burroughs’ much less urbane Tarzan of the Apes (1912) also wears his black hair long, a fringe – cut with his hunting knife – keeping it out of his eyes. Drawing on scholarship from fashion, age, queer studies, and the health humanities, this lecture will examine what links (and divides) this unlikely trio of longhaired boys and how ideologies related to nostalgia, exoticism and combat shape their presentation. We will seek to understand why, in children’s literature and media, abundance has remained so rare, even in periods where fashion has favoured longer hair for boys and men alike.

 

Über die Ringvorlesung: 

Vom staubfreien Schuh bis zum wohl frisierten Haupt wird das ,geputzte‘ Kind zum Brennpunkt der diskursiven Verhandlung zeitgenössischer Hygieneerziehungs- und Tugendideale. Das widerständige (Kinder-)Haar dagegen zeugt von einem Spannungsverhältnis zwischen lobenswerter Reinlichkeit und tadelnswerter Eitelkeit, das kulturhistorisch und regional codiert ist. Widerständige Haare können in der zeitgenössischen Kunst und Literatur als Sinnbild der Selbstermächtigung, aber auch der Ausgrenzung inszeniert werden. Nach wie vor zeugen diese Darstellungen von gesellschaftlichen Tabus, insbesondere wenn die (weibliche) Körperbehaarung thematisiert wird. Wenn das wildwuchernde Haar als Attribut von Renitenz und Selbstermächtigung inszeniert wird, werden die Rezipierenden eingeladen, Schönheit neu zu denken: als etwas, das in der Vielfalt, der Textur und dem Widerstand selbst liegt. In dieser Ringvorlesung werden nationale und internationale Expert*innen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive Schlaglichter auf die facettenreiche Ästhetik und Semantik erzählter und künstlerisch ins Bild gesetzter (Kinder- und Jugend-)Haare werfen.

Vorausgesetzt wird die Freude an der kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand sowie die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Die Vortragsreihe findet im Wintersemester 2026/27 statt und richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an die interessierte Öffentlichkeit. 

Die Ringvorlesung ist Teil der Strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und wird vom RMU-Initiativfonds Lehre gefördert.

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