Gemeinsame Erarbeitung von Wissen zum Thema Gender: Praktische Erkenntnisse aus einem transdisziplinären Technologieentwicklungsprojekt
Datum
28. Oktober 2026, 13:00 Uhr – 14:00 Uhr
Ort
online
Beschreibung
Seit Jahrzehnten fördern Förderorganisationen in ganz Europa geschlechtergerechte Forschungsprojekte, um zwei Hauptziele zu erreichen. Erstens soll das Geschlechterbewusstsein der Forschenden sowie ihrer verschiedenen Kooperationspartner – von Unternehmen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Organisationen – gestärkt werden. Dieses Geschlechterbewusstsein umfasst Hintergrundwissen über den sensiblen Umgang mit Diversität in heterogenen Teams. Zweitens fließen geschlechtsspezifische Theorien und Methoden in den gesamten Forschungs- und Innovationsprozess ein, von der Ausarbeitung des Antrags über die Formulierung der Forschungsfragen bis hin zur Methodik und der Veröffentlichung der Ergebnisse.
Das Technologieforschungsprojekt PROTEA (2022–2025) ist eines dieser geförderten Projekte, das darauf abzielt, Gender als Forschungsdimension in ein transdisziplinäres Expertenteam aus den Bereichen Ingenieurwesen, Physiotherapie, Orthopädietechnik und Bewegungswissenschaften einzubringen. Das Ziel von PROTEA war es, das Prothesendesign mithilfe von 3D-Druck und der Integration von Sensoren zur Überwachung der Druckverteilung an Stümpfen zu optimieren, um potenzielle Gesundheitsprobleme zu erkennen.
Anita Thaler war Teil dieses Teams und berichtet in ihrem Vortrag über den geschlechtssensiblen, menschenzentrierten Ansatz im Technologiedesign, wobei sie sich darauf konzentriert, wie Gender und Intersektionalität ko-kreativ in die eigentliche Technologieentwicklung integriert wurden.
Referentin
Anita Thaler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Direktorin des interdisziplinären Forschungszentrums für Technologie, Arbeit und Kultur (IFZ), einem gemeinnützigen wissenschaftlichen Verein mit Sitz in Graz, Österreich. Sie leitet den Forschungsbereich „Gender, Wissenschaft und Technologie“ sowie die Arbeitsgruppe „Queer STS“. Sie studierte Psychologie, Pädagogik sowie Frauen- und Geschlechterstudien an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. In ihrer Forschung untersucht sie die Wechselwirkungen zwischen Technologie, Natur und Gesellschaft unter Berücksichtigung von Perspektiven der Intersektionalität und der sozialen Gerechtigkeit.
Derzeit forscht Thaler in den Bereichen Biodiversität, Medizintechnik und künstliche Intelligenz, unter anderem zu einem Ansatz für eine diversitätssensible, menschenzentrierte Technologieentwicklung.
Dial-in link via ZOOM:
https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/65252008032?pwd=M89goxb1udIC76yhXpA3-
Mxkd6VKew.1wPPe9fZWwgjq5uj
Kenncode:254498
Keine vorherige Anmeldung erforderlich!
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe „Transcending Boundaries: The Complexities of Gender in Research“, die vom 14. Oktober 2026 bis zum 3. Februar 2027 mittwochs zur Mittagszeit stattfindet. Die Reihe verbindet einen kurzen Hauptvortrag mit einer moderierten Fragerunde und wird vom Beratungszentrum für Gender und Diversität der TU Darmstadt koordiniert.
Downloads
- RMU Wochen der Chancengleichheit 2026 - Programm (966.68 KB)