Ringvorlesung: ‘My mother is a porcupine!’ Unruly hair, unruly mothers?
Datum
27. Januar 2027, 16:15 Uhr – 17:45 Uhr
Ort
Technische Universität Darmstadt
Beschreibung
Vortrag von Frauke Pauwels (Universiteit Antwerpen) im Rahmen der Ringvorlesung "Widerständige Haare zwischen Ungehorsam und Selbstermächtigung. Transdisziplinäre Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien".
Ort: Technische Universität Darmstadt, Raum: S101/A4, Karolinenplatz 5, 64289 Darmstadt
Online-Teilnahme via Zoom: LINK
Sprache: Englisch
Abstract:
Numerous picturebooks depict children who do not want to wash, comb, or cut their hair. For many mothers, not being able to wash or comb their hair when they would like to do so is a symptom of the ambivalence and temporality of mothering and motherhood. In many children's stories, hair care metonymically stands for hygiene and moral goodness, or serves as a form of punishment or reward within intimate relationships, such as that between mother and child. More broadly, cultural expressions regularly use hair as a metaphor for power, while the loss of hair symbolizes submission. Yet, apart from Andersen's fairy tale The Story of a Mother and the Greenlandic tale of the Mother of the Sea, mothers' hair seems to be largely absent. In contrast, some recent picturebooks depict mothers' hair as a site of controversy. How might such portrayals contribute to more varied representations of motherhood and mothering?
Starting with Secreto de familia (Isol, 2003), Frauke Pauwels will be combing through different historical periods, genres, and cultural contexts to discuss the various ways in which children's picturebooks speak to mothers through depictions of hair. Combining close reading and visual analysis of a small corpus with an examination of reception, she will explore how picturebooks are plaiting motherhood through their images of hair.
Über die Ringvorlesung:
Vom staubfreien Schuh bis zum wohl frisierten Haupt wird das ,geputzte‘ Kind zum Brennpunkt der diskursiven Verhandlung zeitgenössischer Hygieneerziehungs- und Tugendideale. Das widerständige (Kinder-)Haar dagegen zeugt von einem Spannungsverhältnis zwischen lobenswerter Reinlichkeit und tadelnswerter Eitelkeit, das kulturhistorisch und regional codiert ist. Widerständige Haare können in der zeitgenössischen Kunst und Literatur als Sinnbild der Selbstermächtigung, aber auch der Ausgrenzung inszeniert werden. Nach wie vor zeugen diese Darstellungen von gesellschaftlichen Tabus, insbesondere wenn die (weibliche) Körperbehaarung thematisiert wird. Wenn das wildwuchernde Haar als Attribut von Renitenz und Selbstermächtigung inszeniert wird, werden die Rezipierenden eingeladen, Schönheit neu zu denken: als etwas, das in der Vielfalt, der Textur und dem Widerstand selbst liegt. In dieser Ringvorlesung werden nationale und internationale Expert*innen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive Schlaglichter auf die facettenreiche Ästhetik und Semantik erzählter und künstlerisch ins Bild gesetzter (Kinder- und Jugend-)Haare werfen.
Vorausgesetzt wird die Freude an der kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand sowie die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.
Die Vortragsreihe findet im Wintersemester 2026/27 statt und richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
Die Ringvorlesung ist Teil der Strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und wird vom RMU-Initiativfonds Lehre gefördert.