Molekulare und zelluläre Mechanismen neuraler Homöostase

Prof. Dr. rer. nat. Amparo Acker-Palmer, Sprecherin des SFB 1080

Prof. Dr. rer. nat. Amparo Acker-Palmer, Sprecherin des SFB 1080 (Bild: SFB 1080)

Das menschliche Gehirn ist ein fast unvorstellbar komplexes Organ. Seine Struktur und Funktion zu erforschen, ist eine der größten Herausforderungen der Wissenschaft. Circa 100 Milliarden Nervenzellen sind durch ungefähr 100 Billionen (100 x 1000 Milliarden) Synapsen miteinander verbunden und übertragen Informationen zu den anderen Zellen. Je besser Wissenschaftler verstehen, welche Gehirnbereiche welche Funktionen steuern, umso besser lassen sich diese beeinflussen, denn bei manchen Erkrankungen des Nervensystems sind Gehirnregionen geschädigt. Sofern die Ursache bekannt ist, kann dies dazu beitragen, die Schädigung zu heilen.

Die am Sonderforschungsbereich 1080 beteiligten Forscherinnen und Forscher sind zuversichtlich, neue Einsichten über molekulare und zelluläre Mechanismen gewinnen zu können. Sie untersuchen die Wirkzusammenhänge, die das Gehirn in die Lage versetzen, einen balancierten Funktionszustand, die Netzwerkhomöostase, aufrechtzuerhalten. Flexible homöostatische Adaption ist entscheidend für die Stabilität des Nervensystems und hilft dem Gehirn, den ständigen Zufluss von Input aus einer sich ständig verändernden Umwelt zu verarbeiten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs erforschen grundlegende molekular-zelluläre Prozesse auf Leitungsebene und Systemebene, die es dem Nervensystem ermöglichen, die Funktionalität, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität seiner Netzwerkkomponenten während der Entwicklung und im Erwachsenenleben zu erhalten.

Die Forschungsergebnisse werden dazu beitragen, Krankheitsprozesse im Gehirn besser zu verstehen, und könnten den Weg zu neuen Therapien weisen.

An diesem Sonderforschungsbereich sind neben verschiedenen Forschungseinrichtungen der Goethe-Universität Frankfurt auch Arbeitsgruppen der Universitätsmedizin Mainz und des Instituts für Molekulare Biologie Mainz sowie des Frankfurter Max Planck-Instituts für Hirnforschung beteiligt.

Shariff share buttons