DFG fördert Forschungsprojekte an der Goethe-Universität Frankfurt, der TU Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert gleich mehrere Forschungsprojekte in der Förderlinie Sonderforschungsbereiche (SFB) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der TU Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Damit wird exzellente Forschung unter anderem in den Bereichen Medizin, Physik und Linguistik ermöglicht. Sonderforschungsbereiche sind von der DFG angelegte Verbundprojekte der Hochschulen, in denen Wissenschaftler*innen fächerübergreifend zusammenarbeiten.

Im Jahr 2024 neu eingerichtet wird der Sonderforschungsbereich "Negation: Ein sprachliches und außersprachliches Phänomen" (Goethe-Universität Frankfurt, Eberhard Karls Universität Tübingen, Georg-August-Universität Göttingen). Er verbindet theoretische Ansätze und Methoden aus der Linguistik, Psychologie und Philosophie, um neue Erkenntnisse zum sprachlichen Phänomen der Verneinung und den damit verbundenen kognitiven Prozessen zu gewinnen. Dabei kommen innovative Methoden wie Virtual Reality zum Einsatz.

Neu eingerichtet hat die DFG außerdem den Sonderforschungsbereich "Elektronenverschiebung durch Protonen – Vereinigende Strategien für die Mehrelektronenredoxkatalyse durch protonen-gekoppelten Elektronentransfer", an dem die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt ist. Der SFB befasst sich mit der Frage, wie genau die Katalyse dazu beitragen kann, die fossile Wirtschaft auf eine nachhaltige Energie- und Rohstoffbasis umzustellen. Die Katalyse nutzt verschiedene Methoden, um chemische Reaktionen mithilfe eines Katalysators anzustoßen oder zu beschleunigen wie zum Beispiel bei der Elektrolyse von Wasser zur Herstellung von Wasserstoff als nachhaltigem Energieträger. Die Leitung des SFB liegt bei der Georg-August-Universität Göttingen, ferner beteiligt sind das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, die Goethe-Universität Frankfurt, die Ruhr-Universität Bochum, die Universität des Saarlandes und die TU Darmstadt.

In die zweite Förderphase geht das Verbundprojekt "Hysterese-Design magnetischer Materialien für effiziente Energieumwandlung (HoMMage)", an dem die TU Darmstadt gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen arbeitet. Ob superstarke Permanentmagnete für Windräder und Elektromotoren oder Werkstoffe für die magnetische Kühlung – für eine erfolgreiche Energiewende und zugunsten einer emissionsarmen Zukunft müssen neue Funktionsmaterialien her. Forschende aus Materialwissenschaften, Physik, Chemie und Verfahrenstechnik sind daher auf der Suche nach geeigneten und gleichzeitig ressourcenschonenden und effizienten Materialien sind.

In die dritte Förderphase geht das Verbundprojekt "Molekulare und funktionale Charakterisierung der selektiven Autophagie", bei dem es sich um eine Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, gemeinsam mit dem Frankfurter Georg-Speyer-Haus und dem Institut für Molekulare Biologie gGmbH in Mainz handelt. Die Autophagie ist ein körpereigener Schutzmechanismus. Ist er gestört, werden schwere Krankheiten wie Krebs, Morbus Parkinson, Infektionskrankheiten oder Entzündungsreaktionen begünstigt. Um therapeutisch eingreifen zu können, forscht ein interdisziplinäres Team aus Biochemikern, Zellbiologen, Strukturbiologen und Medizinern zur Autophagie.

Ebenfalls in die dritte Förderphase geht der Sonderforschungsbereich "Atomkerne: Von fundamentalen Wechselwirkungen zu Struktur und Sternen", an dem neben der TU Darmstadt das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt sind. Die Wissenschaftler*innen untersuchen den Aufbau von Atomen und versuchen herauszufinden, wie diese Kerne entstehen. Dazu verwenden sie neueste Technologien, z.B. Laserspektroskopie oder Gammaspektroskopie. Sie richten ihren Blick auch in den Kosmos und untersuchen Supernova-Explosionen. Kern-Physik, die sich mit sehr kleinen Strukturen befasst, und Astro-Physik, die sich mit riesigen Strukturen im Weltall befasst, werden dabei kombiniert. 

Auch der Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) "Spin+X – Der Spin in seiner kollektiven Umgebung" der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird zum dritten Mal durch die DFG gefördert. Ziel ist die Entwicklung neuer grundlegender Konzepte für magnetische Bauelemente mit besonders hoher Geschwindigkeit und Energieeffizienz. Die Arbeiten werden sich wie schon zuvor mit der Spinforschung und ihrem Potenzial für die Informationstechnologie befassen – vor allem auch im Hinblick auf die Erfordernisse für den Umgang mit großen Datenmengen bei niedrigem Energieverbrauch. Im Fokus stehen in der dritten Förderperiode weiterhin Ferromagnete und Antiferromagnete, künftig aber zudem die neue Klasse der Altermagnete. 

Die DFG als größte Forschungsförderorganisation in Deutschland unterstützt die Konsortien in den kommenden vier Jahren mit jeweils bis zu gut drei Millionen Euro pro Jahr.

Links
Pressemitteilung des HMWK vom 24.11.2023
Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt vom 24.11.2023
Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 24.11.2023
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