Konfigurationen des Films

"MRW the theater is empty for a popular movie", GIF, imgur.com

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GRK 2279

Veranstaltung des GRK 2279 Foto: Alexander Stark

Konzipiert für die Zirkulation in unterschiedlichen Formaten und standardisiert im Hinblick auf globale Distribution, war der Film immer schon zugleich ein Bild der Bewegung und ein Bild in Bewegung. Die Entwicklung digitaler Produktionstechnologien und die Emergenz digitaler Kommunikationsnetzwerke haben im Verlauf der letzten Jahrzehnte der Mobilität des Films eine neue Dimension verliehen. Jenseits des klassischen Dispositiv des Kinos sind neue Formen und Bezugsrahmen des Kinos entstanden, welche die etablierten Ansätze der Filmwissenschaft in Frage stellen. Die drei Leitbegriffe Index, Dispositiv und Kanon, mit denen das Kino als photochemische Bildtechnologie mit einem privilegierten Realitätsbezug, als Ort der öffentlichen Vorführung und als Inventar von Werken bedeutender Autoren mit einer bestimmten nationalen Herkunft definiert wurde, können der neuen Vielfalt bewegter Bilder und ihren globalen Zirkulationswegen nicht mehr erschöpfend gerecht werden. Der Begriff der „post-kinematographischen Bedingung“, mit dem die Filmtheorie seit mehr als einem Jahrzehnt der neuen kulturellen und technologischen Ordnung des Films zu beschreiben versucht, hält mit einer fast melancholischen Anhänglichkeit an dem fest, was das Kino nicht mehr ist. Dagegen untersucht das Graduiertenkolleg “Konfigurationen des Films” (www.konfigurationen-des-films.de) die Operationen, Formen und Formate sowie Orte und Infrastrukturen der Produktion und Distribution von Filmen. Das Forschungsprogramm erweitert den Horizont der Untersuchung über das Feld der Kunst und der Ästhetik hinaus und hält zugleich fest an der Vorstellung vom Film als einem privilegierten Ort der Produktion kultureller Bedeutung, des sozialen Handelns und der politischen Auseinandersetzung.

Die erste Kohorte von zwölf Doktorand*innen und zwei Post-Docs hat ihre Arbeit im Herbst 2017 aufgenommen. Die einzelnen Forschungsprojekte untersuchten Konfigurationen des Films in einer historischen und zeitgenössischen Perspektive. Sie verbinden Film- und Medientheorie mit medienhistorischen Untersuchungen und leisten im Rahmen von Fallstudien auch wesentliche Beiträge zur Entwicklung neuer analytischer Konzepte für die Untersuchung des Films als eines Bildes der Bewegung und eines Bildes in Bewegung.

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