RMU-Talkreihe "Familie im Fokus - Vereinbarkeit in der Forschung"
Wie lassen sich Familie, wissenschaftliche Karriere, Studium und Beruf miteinander vereinbaren? Diese Frage prägt das Leben vieler Hochschulmitglieder – oft, ohne dass die damit verbundenen Herausforderungen unmittelbar sichtbar sind.
In der RMU-Talkreihe Familie im Fokus – Vereinbarkeit in der Forschung beleuchten Forschende aus den Rhein-Main-Universitäten und Assoziierte unterschiedliche Facetten der Vereinbarkeit und geben Einblicke in aktuelle Studien, Praxiserfahrungen und Perspektiven.
Nach ihrem erfolgreichen Auftakt im Wintersemester 2025/26 wird die RMU-Onlinetalks „Fokus Familie – Vereinbarkeit in der Forschung“ auch im Sommersemester 2026 fortgesetzt.
Die einstündigen Online-Talks richten sich sowohl an Menschen, die selbst von Vereinbarkeitsfragen betroffen sind, als auch an Lehrende, Verwaltungsmitarbeitende und weitere Hochschulakteur*innen, die durch das Wissen und den Austausch für die Themen in einem informierten und sensiblen Blick unterstützt werden können.
Die Veranstaltungen finden online via Zoom statt. Eine Anmeldung über den Anmelde-Button rechts ist erwünscht, eine spontane Teilnahme ist aber ebenso möglich.
Veranstaltungen im Sommersemester 2026:
28. Mai 2026 | 14:00 – 15:00 Uhr
(Wie) gehen Beruf und Familie unter einen Hut? Unterschiede in ‚Gender Attitudes‘ nach Geschlecht und Migrationshintergrund
Prof.'in Daniela Grunow | Goethe-Universität Frankfurt
Bis heute stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine massive Herausforderung für Eltern dar. Gleichzeitig unterscheiden sich gesellschaftliche Vorstellungen davon, wie beides adäquat „unter einen Hut“ zu bringen ist, sodass Eltern häufig Rollenkonflikte erleben und manche das Gefühl haben, es keinem recht machen zu können. Der Vortrag zeigt dieses ideologische Spannungsfeld auf und beleuchtet wie ‚gender attitudes‘ auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung wirken.
18. Juni 2026 | 14:00 – 15:00 Uhr
Zwischen Kind und Karriere: Die Aufteilung von Elternzeit und Auswirkungen auf die weiteren Erwerbsverläufe verheirateter Paare
Dr. Ann-Christin Bächmann | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Wie teilen verheiratete Paare in Deutschland die Elternzeit untereinander auf und welche Folgen ergeben sich aus der Inanspruchnahme von Elternzeit für den eigenen beruflichen Wiedereinstieg bzw. den der*des Partner*in? Der Vortrag beleuchtet, die Dauer von Elternzeiten von Mütter und Väter in Deutschland sowie paarinterne Aufteilungsmustern und welche mittel- und langfristigen Auswirkungen die familienbedingte Auszeit auf die Erwerbsverläufe von Müttern und Vätern hat. Zudem wird beleuchtet, welchen Einfluss betriebliche Unterstützungsangebote auf die Inanspruchnahme von Elternzeit haben.
25. Juni 2026 | 14:00 – 15:00 Uhr
"Care und Unfair" - Vorstellung der Studie zur Diskriminierung von Eltern/Sorgearbeitenden im Drittmittelsektor
Dr.'in Lena Eckert und Dr.'in Anne Freese | icp – institute for critique and practice gGmbH; Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft
Die Pilotstudie "Care und Unfair" untersucht Benachteiligungen von Eltern und pflegenden Angehörigen im deutschen Drittmittelsektor, einem Bereich, der für die wissenschaftliche Karriere entscheidend ist, aber bisher kaum erforscht wurde. Zugleich gilt Diversität als eine Grundvoraussetzung guter Wissenschaft.
Die Autorinnen möchten Diskriminierungstendenzen sichtbar machen und auf die dringende Notwendigkeit hinweisen, dem drohenden Verlust einer ganzen Wissenschaftler:innengeneration, insbesondere durch den sogenannten „Corona Gap“, entgegenzuwirken.
Bisherige Veranstaltungen:
6. November 2025 | 14:00 – 15:00 Uhr
Studierende mit Pflegeaufgaben - eine unsichtbare Gruppe
Dr.'in Anna Wanka
Goethe-Universität Frankfurt
Hochschulen sind weit mehr als reine Bildungsorte – in Gesellschaften, in denen sich Care Arbeit fundamental verändert, kommt ihnen auch eine Rolle als Sorgetragende zu. Während die Vereinbarkeit von Studium und Kinderbetreuung bereits an vielen Hochschulen verankert ist, bleibende Studierende, die eine erwachsene Person (z.B. ihre Eltern oder Großeltern) pflegen, noch weitgehend unsichtbar – und das, obwohl knapp 12% der Studierenden einer solchen Pflegetätigkeit nachgehen. Im Talk werden aktuelle Forschung und Good-Practice-Beispiele zur (Un-)Vereinbarkeit von Pflege und Studium vorgestellt und diskutiert, wie Hochschulen pflegende Studierende besser unterstützen können.
11. Dezember 2025 | 14 - 15 Uhr
Wie die Elternrolle sich positiv auf Job und Studium auswirkt
Prof.'in Nina M. Junker
University of Oslo
Konflikte zwischen Beruf und Familie sind meist – nicht nur Eltern – bekannt. Aber gibt es auch eine positive Seite der Elternrolle? In ihrem Vortrag geht Professorin Nina M. Junker auf das Konzept der Family-Work Enrichments ein. Sie erläutert, wie die Elternrolle Beruf und Studium bereichern kann und welche Faktoren diese Bereicherung positiv beeinflussen können.
29. Januar 2026 | 14 - 15 Uhr
Arbeiten auf Wolke 7?! Der Einfluss von Cloudworking auf das Familienleben
Omar Shehata, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wie managen Cloudworker ihre Work-Life-Balance? Bei der Arbeitsform des Cloudworkings besteht die Möglichkeit, dass die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt und auch im Bereich der Familie birgt sie Besonderheiten, die die Herstellungsleistung betreffen. Die New-Work-Bewegung, welche beinhaltet, dass kapitalistische Lohnarbeit überholt sei und Arbeit so transformiert werden müsse, dass sie frei und selbstbestimmt für Beschäftigte ist, bildet dabei die Ausgangslage der Überlegungen.