Ringvorlesung: Reading Body Hair in Children’s Literature
Datum
21. Oktober 2026, 16:15 Uhr – 17:45 Uhr
Ort
online
Beschreibung
Vortrag von Karin Lesnik-Oberstein (University of Reading) im Rahmen der Ringvorlesung "Widerständige Haare zwischen Ungehorsam und Selbstermächtigung. Transdisziplinäre Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien".
Ort: Online via Zoom: LINK
Sprache: Englisch
Abstract:
Following on from the arguments of English literary and gender theorist Jacqueline Rose in her foundational book The Case of Peter Pan or the Impossibility of Children’s Fiction (1984/ 1995) and Karin Lesnik-Oberstein's own edited volume The Last Taboo: Women and Body Hair (2006/2011), approaches to and issues around both body hair and gender and childhood and children’s literature will be discussed in terms of a critique of ‘representation’ as the often taken-for-granted underpinning of claims in these fields. Selected children’s literature around body hair, such as Babette Cole’s Hair in Funny Places (2001), Kyo Maclear and Gracey Zhang’s The Big Bath House (2021), Shelley Anand and Nabi Ali’s Laxmi’s Mooch (2021) and/ or Georgina Gooley’s A Kids’ Book About Body Hair (2025) will be discussed to consider some of the implications and consequences of reading differently in this way.
Über die Ringvorlesung:
Vom staubfreien Schuh bis zum wohl frisierten Haupt wird das ,geputzte‘ Kind zum Brennpunkt der diskursiven Verhandlung zeitgenössischer Hygieneerziehungs- und Tugendideale. Das widerständige (Kinder-)Haar dagegen zeugt von einem Spannungsverhältnis zwischen lobenswerter Reinlichkeit und tadelnswerter Eitelkeit, das kulturhistorisch und regional codiert ist. Widerständige Haare können in der zeitgenössischen Kunst und Literatur als Sinnbild der Selbstermächtigung, aber auch der Ausgrenzung inszeniert werden. Nach wie vor zeugen diese Darstellungen von gesellschaftlichen Tabus, insbesondere wenn die (weibliche) Körperbehaarung thematisiert wird. Wenn das wildwuchernde Haar als Attribut von Renitenz und Selbstermächtigung inszeniert wird, werden die Rezipierenden eingeladen, Schönheit neu zu denken: als etwas, das in der Vielfalt, der Textur und dem Widerstand selbst liegt. In dieser Ringvorlesung werden nationale und internationale Expert*innen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive Schlaglichter auf die facettenreiche Ästhetik und Semantik erzählter und künstlerisch ins Bild gesetzter (Kinder- und Jugend-)Haare werfen.
Vorausgesetzt wird die Freude an der kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand sowie die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.
Die Vortragsreihe findet im Wintersemester 2026/27 statt und richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
Die Ringvorlesung ist Teil der Strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und wird vom RMU-Initiativfonds Lehre gefördert.