- Forschungsprojekt
Schadenskontrolle durch das stroma-vaskuläre Kompartiment – SFB 1531
Das stroma-vaskuläre Kompartiment (SVC) ist ein integraler Bestandteil eines jeden Organs. Es bildet die Gerüst- und Stützstrukturen für die spezifischen Parenchymzellen und enthält Blut- und Lymphgefäße sowie Stromazellen. Die Reaktion eines Organs auf Schaden hängt entscheidend vom SVC ab, da die darin befindlichen Zellen als Ersthelfer fungieren und das SVC den Raum darstellt, in den Entzündungszellen aus dem Blut austreten. Als Reaktion auf eine Schädigung expandieren und differenzieren Fibroblasten im SVC, um eine neue extrazelluläre Matrix zu bilden, und Angiogenese, die Bildung neuer Blutgefäße, wird angeregt, um die Nährstoffversorgung wiederherzustellen.
Der Sonderforschungsbereich (SFB) "Schadenskontrolle durch das stroma-vaskuläre Kompartiment" konzentriert seine Forschung auf das Herz, das Gehirn und die Blutgefäße, um zu verstehen, wie die Zellpopulationen innerhalb des SVC auf Schäden reagieren und zur Reparaturreaktion beitragen. Aufgrund des multizellulären Kontextes, der Dynamik der Schadensreaktion sowie der Plastizität der Zellen des SVC war die Forschung zu diesen Aspekten bisher sehr erschwert. Entwicklungen in der Massenspektrometrie, der Einzelzellsequenzierung, in räumlicher Transkriptomiks und der Bioinformatik, die allesamt durch die Serviceprojekte unseres SFB angeboten werden, ermöglichen nun jedoch die umfassende Erforschung des Themas.
Das Konsortium ist dabei besonders an den Mechanismen und molekularen Akteuren interessiert, die die Reaktion auf eine Verletzung in einem multizellulären Kontext orchestrieren. Es soll herausgefunden werden, wie das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Zelltypen koordiniert wird und wie es im Rahmen von Komorbiditäten zu Störungen dieses Prozesses kommt. So sollen Ansätze identifiziert werden, um die Reparatur und die Wiederherstellung der Funktion zu fördern.