European Research Council vergibt renommierte ERC Advanced Grants und ERC Proof of Concept Grants an Spitzenforschende der Rhein-Main-Universitäten
Von links oben nach rechts unten: Prof. Dr. Edward Lemke, Prof. Dr. Andreas Walther, Prof. Dr. Thomas Burg, Prof. Dr. Leo Kurian, Prof. Dr. Leopoldo Molina-Luna, Prof. DR. Ahmad-Reza Sadeghi
Förder-Erfolg an den Rhein-Main-Universitäten : Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat insgesamt sechs Forschende der Goethe-Universität Frankfurt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Technische Universität Darmstadt mit einem ERC Advanced Grant bzw. einem ERC Proof of Concept Grant ausgezeichnet.
Einen ERC Advanced Grant haben erhalten:
- Prof. Dr. Edward Lemke von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für sein Projekt „MshapeM: Molecular Shape Microscopy“. Es ist darauf ausgelegt, Protein-Konformationsdynamiken in lebenden Zellen in Echtzeit und mit Nanometerauflösung abzubilden. Durch die Aufnahme von "molekularen Actionfilmen" arbeitender Proteine soll MShapeM die Grenzen zwischen Struktur- und Lebendzellbildgebung aufheben und eine beispiellose visuelle Schärfe der Proteinfunktion in ihrer nativen Umgebung ermöglichen.
- Prof. Dr. Andreas Walther von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für sein Projekt „ProtoEco: Protoecologies between Artificial Cells and Mammalian Cells“. Er geht der Frage nach, ob künstliches Material eines Tages mit natürlichen Zellen zusammenleben und dabei fast so etwas wie eine kleine Ökologie bilden kann. Ziel ist es, künstliche Zellen nicht länger nur als isolierte Minisysteme zu betrachten, sondern sie so zu entwickeln, dass sie mit natürlichen Zellen in Austausch treten, diese beeinflussen und von ihnen beeinflusst werden.
Der ERC Advanced Grant ist eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen des ERC. Er richtet sich an etablierte Spitzenforschende mit einer herausragenden wissenschaftlichen Leistungsbilanz, die neue Forschungsgebiete erschließen möchten.
Einen ERC Proof of Concept Grant haben erhalten:
- Prof. Dr. Thomas Burg von der TU Darmstadt für sein Projekt „Cryo-iLM: A High-NA Cryoimmersion Microscopy Platform for Nanometre Imaging“. Es untersucht das Innovationspotenzial einer neuartigen Mikroskopie-Technologie und könnte neue Einblicke in das Innere von Zellen ermöglichen und die medizinische Diagnostik stark verbessern.
- Prof. Dr. Leo Kurian von der Goethe-Universität Frankfurt für sein Projekt „TRANSLATE: Translation-Guided RNA engineering Platform for Cardiac Haploinsufficiency“ zur Erforschung grundlegender molekularer Mechanismen, durch die eine Zelle ihre Identität und Funktion aufrechterhält.
- Prof. Dr. Leopoldo Molina-Luna von der TU Darmstadt für sein Projekt „CALIBRATE: Chip-based Accurate eLectron Intensity Beam Readout for Advanced TEM Experiments“. Das Projekt zielt darauf ab, einen neuen Kalibrierstandard für die Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) zu etablieren.
- Prof. Dr. Ahmad-Reza Sadeghi von der TU Darmstadt für sein Projekt „MIRAGE: An LLM-Resilient Tool for Safe RTL Sharing“, das darauf abzielt, bei der Entwicklung von Computerchips wertvollen Code schon auf der Ebene des Design-Austauschs zu schützen.
Der ERC Proof of Concept Grant wird ausschließlich an Forschende vergeben, die bereits mit einem ERC Grant ausgezeichnet wurden. Ziel ist es, dias wortschaftliche und gesellschaftliche Innovationspotenzial wissenschaftlicher Erkenntnisse auszuloten und Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung zu bringen.