EXIST Women Rhein-Main: 50 Frauen starten in neue Gründungs­förderrunde

Bild: Heike Jüngst / HIGHEST

Beim Kick-off auf dem Campus Westend starteten rund 50 Teilnehmerinnen aus fünf Hochschulen in das bundesgeförderte Gründungsprogramm für Frauen im Rhein-Main-Verbund. Beteiligt sind auch die Technischen Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die zusammen die Rhein-Main-Universitäten (RMU) bilden.

Sie studieren Psychologie, Mechatronik, Künstliche Intelligenz, Grafik-Design, Medizin oder BWL. Einige bringen bereits eine konkrete Start-up-Idee mit, andere wollen zunächst herausfinden, ob Gründung überhaupt ein Weg für sie sein kann. Beim Kick-off von EXIST Women Rhein-Main kamen rund 50 Teilnehmerinnen aus fünf Hochschulen auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt zusammen – und starteten gemeinsam in mehrere Monate voller Workshops, Mentoring, Netzwerk und Gründungsgeist.

Das Programm ist Teil der Gründungsförderung der Bundesregierung und richtet sich an gründungsinteressierte Frauen im Hochschulkontext. Im Rhein-Main-Verbund wird EXIST Women gemeinsam von der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Hochschule Darmstadt und der Hochschule Mainz umgesetzt. Jede Hochschule bringt zehn Teilnehmerinnen ein; fünf Frauen pro Hochschule können ein Stipendium erhalten. Der Projektzeitraum reicht von April 2026 bis Januar 2027.

Schon beim Auftakt wurde sichtbar, worum es neben Fachwissen und Förderung besonders geht: um Orientierung, gegenseitige Bestärkung und belastbare Netzwerke. In kleinen Gesprächsrunden trafen unterschiedliche Fachrichtungen, Lebenswege und Gründungsideen aufeinander. Aus ersten Fragen entstanden Kontakte, aus kurzen Begegnungen mögliche Kooperationen. Für viele Teilnehmerinnen war genau das ein zentraler Moment: die Erfahrung, mit einer Idee oder einem Gründungsimpuls nicht allein zu sein.

Von der TU Darmstadt nehmen zehn Frauen am Programm teil. Begleitet werden sie von Simone Lühl, Gründungsberaterin bei HIGHEST, dem Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt. „EXIST Women bietet die Chance, Gründung als reale Option zu prüfen – informiert, begleitet und in einem starken Netzwerk„, sagt Lühl. Nicht jede Teilnehmerin müsse am Ende gründen. Entscheidend sei, unternehmerisches Denken auszuprobieren, Ideen zu schärfen und die nächsten Schritte bewusst zu gehen.

Zum Programm gehören Mentoring durch erfahrene Unternehmerinnen, lokale und hochschulübergreifende Workshops, Coachings, Netzwerkformate sowie Unterstützung bei Geschäftsmodellentwicklung, Validierung, Teamaufbau und Finanzierung. Ein zentrales Arbeitsinstrument ist der „EXIST Women-Kompass“. Er fragt nicht zuerst nach Marktanteilen, sondern nach Orientierung: Was möchte ich aufbauen oder verändern? Warum ist mir diese Idee wichtig? Und was ist der nächste sinnvolle Schritt?

In den kommenden Monaten werden die Teilnehmerinnen ihre Ideen weiterentwickeln, Zielgruppen befragen, Prototypen testen, Geschäftsmodelle prüfen und Pitches vorbereiten. Zudem sind gemeinsame Formate im Rhein-Main-Ökosystem geplant – darunter Workshops, Bootcamps und Sichtbarkeit bei Gründungsveranstaltungen wie dem INNODAY.

Eine Gründung beginnt selten mit einem fertigen Businessplan. Oft beginnt sie mit einer Frage, einer Idee und dem richtigen Umfeld. Beim Kick-off von EXIST Women Rhein-Main war dieses Umfeld spürbar: in Gesprächen, neuen Kontakten und dem gemeinsamen Willen, den nächsten Schritt zu gehen.

 

Text: Heike Jüngst

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