„Viel Kreativität und Kommunikation sind gefragt"

Bild: Patrick Bal

Judith Fender leitet das Sachgebiet Studiengangsentwicklung am Dezernat II – Studium und Lehre, Hochschulrecht der TU Darmstadt. Dort begleitet sie Studiengänge von der ersten Idee bis zur Akkreditierung und gestaltet dabei auch die Zusammenarbeit mit den RMU-Partneruniversitäten in Frankfurt und Mainz mit. Im Porträt erzählt sie, was sie an ihrer Arbeit reizt – und wo sie gerne hospitieren würde.

Das kann ich gestalten und bewirken:

Das von mir geleitete Sachgebiet Studiengangsentwicklung berät und betreut alle Fach- und Studienbereiche der TUDa im Rahmen der Entwicklung und Akkreditierung von Studiengängen. Wir begleiten die Studiendekan*innen und die Studienkoordination von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Akkreditierung eines Studiengangs und beziehen weitere Beteiligte ein. Im konkreten Akkreditierungsverfahren erstellen wir Zeitpläne und Vorlagen, erarbeiten gemeinsam die Ordnung des Studiengangs und organisieren die Begutachtung durch externe Gutachtende. Neben der Prüfung eines Teils der extern vorgegebenen Kriterien obliegt uns die Betreuung des universitätsinternen Gremienwegs über Senatsausschuss Lehre und Senat sowie die Abstimmung mit dem Präsidium. Die TU Darmstadt ist systemakkreditiert, wir zertifizieren also unsere Studiengänge selbst. All das geht nur dank funktionierender Prozesse innerhalb des Dezernats und mit Rückendeckung aller Akteur*innen.

Das ist mein RMU-Fokus:

Der Austausch mit den RMU-Partnern in Frankfurt und Mainz im Rahmen der Entwicklung gemeinsamer RMU-Studiengänge ist ein wichtiges Element meiner täglichen Arbeit geworden – hier zeigen sich für mich sehr gut Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Partneruniversitäten. Die TU Darmstadt pflegt eine angenehme Kommunikationskultur über alle Hierarchieebenen hinweg, und ich schätze den „kurzen Dienstweg“ sehr. Die Prozesse sind bei den Partneruniversitäten teils anders strukturiert und etabliert – gute, erfolgreiche RMU-Studiengänge sind Ergebnisse intensiver Kooperation. So müssen bei den RMU-Studiengängen gemeinsame Unterlagen erstellt und Besonderheiten vermittelt werden. Oft erkennt man Hürden nur im laufenden Verfahren und muss dann ad hoc nachsteuern, Lösungen suchen und Absprachen treffen, die dauerhaft für alle Partner und vor allem die Studierenden tragfähig sind. Hier sind viel Kreativität und Kommunikation gefragt.

Da ich das große Glück habe, ein tolles, engagiertes Team führen zu dürfen, fokussieren sich meine Aufgaben auf strategische und konzeptionelle Prozesse für TUDa- und RMU-Studiengänge und auf die Abstimmung mit anderen Einheiten sowie der Universität, den RMU-Partnern und dem Präsidium. Wann immer Klärungsbedarfe entstehen, bin ich gerne Ansprechperson.

Das möchte ich in meinem Aufgabengebiet nicht missen:

Der direkte Austausch mit Kolleg*innen auf allen Ebenen und in verschiedenen Konstellationen sowie die Nähe zu Wissenschaft und Lehre sind für mich essenziell. Wir sind mit dem Sachgebiet Studiengangsentwicklung eine Serviceeinheit und Teil jenes Dezernats, dass sich der verlässlichen Unterstützung von Studium und Lehre widmet. Wir bleiben darüber hinaus aber auch Ratgeber und manchmal jene Einheit, die auf Einhaltung von Vorgaben dringen muss. Das klingt sehr komplex – ist es auch! Dieses Ausbalancieren bringt viel Abwechslung mit sich.

Hier in der TU würde ich gerne einen Tag lang hospitieren:

Mich würde es reizen, intensiver in jene Felder des Fachbereichs Physik hineinzuschauen, die greifbar wirken, es aber eigentlich nicht sind. Astrophysik fasziniert mich schon lange, und ich bin begeistert zu sehen, wie breit an unserer Universität geforscht und gelehrt wird. Auch bei der Kernphysik beziehungsweise Beschleunigertechnik würde ich gerne mal hinter die Kulissen schauen – angeregt durch die Einrichtung unseres neuen RMU-Studiengangs M.Sc. Particle Accelerator Science. Manchmal wünsche ich mir Schnuppertage für uns Mitarbeitende, um Einblick in all diese Gebiete zu bekommen.

Mein hilfreichstes Werkzeug ist …

der Laptop als treuer Begleiter. Sei es als digitales Notizbuch, als Wissenssammlung oder als Kommunikationsmittel für spontane Chats oder längere Mails. Ich bin dankbar, mein Erinnerungswissen durch dokumentierte Ergebnisse auf dem Server ergänzen zu können. Aus einem „da war doch mal was …“ wird dann schnell ein Beispielprozess oder eine Antwort auf eine knifflige Frage.

Wenn ich meinen heutigen Beruf nicht ergriffen hätte …

wäre ich gerne zur Polizei und Richtung Kriminalpolizei und Ermittlungsdienst gegangen. Ein Jura-Studium stand ebenso im Raum wie der Journalismus. Geworden ist es dann ein politikwissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt der Verwaltungswissenschaft und der direkte Einstieg an der TUDa mit dem Studienabschluss. Rückblickend die perfekte Kombination meiner Interessen!


Text: TU Darmstadt

Rhine-Main Universities