„Mal auf was ganz Anderes einlassen“

David Botschek, Masterstudent für Informationssystemtechnik an der TU Darmstadt, schnuppert an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Fächer herein, die so ganz anders sind als die Ingenieurwissenschaften. Dass er seinen verschiedenen Interessensgebieten an gleich zwei Universitäten nachgehen kann, verdankt er dem „RMU-Studium“, mit dem die Rhein-Main-Universitäten ein offenes Studienangebot mit ausgewählten Lehrveranstaltungen für ihre mehr als 100.000 Studierenden geschaffen haben. RMU-Studierende können sich an den Unis in Darmstadt, Mainz und Frankfurt gleichzeitig einschreiben.  

David Botschek vor der ULB der TU Darmstadt. Foto: Claus Völker

Ganz bewusst hat David Botschek sich für ein kleines, und wie er findet, „verrücktes Fach“ entschieden. An der TU Darmstadt liegt sein Schwerpunkt auf einer Disziplin, die die Informatik mit der Elektrotechnik verbindet. An der Mainzer Johannes Gutenberg-Uni besucht er nun Vorlesungen in Englischer Poesie. Dem 22-Jährigen geht es dabei nicht um die Verfeinerung seiner Sprachkenntnisse. Ein Großteil seiner Vorlesungen und Seminare in Darmstadt sind bereits auf Englisch. „Ich wollte mich einfach mal auf etwas Anderes einlassen“, sagt er. Auch in der Wirtschaftsgeografie hat sich Botschek für eine Lehrveranstaltung angemeldet. „Mich interessiert die Atmosphäre. In Mainz sind ganz andere Studierende, nicht nur Ingenieure. Ich möchte eine andere Art der Universität kennenlernen“, sagt er.

Das RMU-Studium hat er gerade deshalb gewählt, weil es neue Bereiche eröffne, die eine technische Universität nicht anbiete, betont der Student. Im nächsten Sommersemester will er sich daher zusätzlich noch an der Frankfurter Goethe-Universität immatrikulieren. „Mal schauen, was mich da so anspricht.“ Botschek ist vielseitig interessiert. Schon seit seinem Bachelorstudium nutzt er auch an der TU Darmstadt die Möglichkeit des „Studium Generale“, bei dem Fächer und Creditpoints außerhalb der eigenen Disziplin angerechnet werden. Während seiner ersten Semester als Bachelorstudent in Darmstadt hat er neben Informationssystemtechnik daher auch in Politikwissenschaften und Recht reingeschnuppert, jetzt im Masterstudium besuchte er zusätzlich Vorlesungen und Kurse in Wirtschaft, Pädagogik, wissenschaftlichem Schreiben und die Ringvorlesung über Startup-Gründungen. „Ich probiere viel aus, habe Spaß an der Interdisziplinarität“, sagt er.

Auf das RMU-Studium wurde er aufmerksam, weil er nebenher auch in dem TU-Projekt „Student@school“ mitmacht und als Botschafter in Schulen geht. Er hat an einem Podcast für Schüler/innen über das RMU-Studium mitgearbeitet und dabei selbst Feuer gefangen. Besonders gefällt ihm, dass er als RMU-Student die Bibliotheken aller drei Hochschulen nutzen kann. An zwei oder drei Unis gleichzeitig zu studieren sei zumindest im digitalen Corona-Semester einfacher zu koordinieren und zeitlich weniger aufwändig als zu Präsenzzeiten. „Ich kann mich jetzt bequem von zuhause in alle Vorlesungen reinschalten“, sagt er. David Botschek legt ohnehin ein schnelles Lerntempo vor. Seinen Bachelor- und Masterabschluss will er in zehn Semestern schaffen. Und danach? „Vielleicht promoviere ich.“ Auf was genau er sich später spezialisieren will, weiß er noch nicht. Auch da hofft er, dass das RMU-Studium eine Orientierungshilfe sein wird.

(alu)

 

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Porträt des RMU-Studierenden Marcel Juhas
Porträt der RMU-Studierenden Merve Akpinar
Porträt des RMU-Studierenden Enes Salija
Porträt der RMU-Studierenden Celan Dogan
Porträt des RMU-Studierenden Johannes Maiterth
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